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Serious? Never! Fun? Always! - Starstyling
Es herrscht betriebsame Hektik hinter den Kulissen des Berliner
Labels Starstyling. Schon die ersten Blicke in den Backstage-Bereich
verraten: die Vorbereitungen finden für kein gewöhnliches Label
statt. Markant geschminkte Models mit bunten Haaren, blasse
Gesichter, grelle Zehennägel und magere Körper zieren die
Garderoben und die farbenreichen Designs hängen bereits wie in den
Startlöchern an den Kleiderstangen. "Um hier mitlaufen zu können
muss man schon ein wenig freaky sein", erklärt Model Michael
Giardina betont ruhig und höflich. Er selbst arbeitet für gewöhnlich
als Schauspieler, kommt direkt aus New York und trägt selber
kanariengelbe Haare. Dann geht es für ihn auch schon weiter in die
Maske, das Albino-Model Shaun Ross begleitet ihn.
"Das ist die erste Show meiner Tochter, die ich live miterleben
darf", freut sich die Mutter der Designerin Katja Schlegel.
"Dass sie ihren Weg gehen wird, habe ich nie bezweifelt und
immer an den Erfolg geglaubt. Trotzdem bin ich schon wieder überrascht,
dass sie immer noch so viele Ideen hat", erklärt sie. Sie selbst habe Kunst studiert, so sei die
Designerin stets viel mit kreativer Arbeit in Kontakt gewesen.
"Heute ist die ganze Familie da, mein vierzehnjähriger Enkel läuft
sogar für die Show. Es war Zufall, als wir entdeckt haben, dass er
ein Naturtalent ist!", schwärmt sie und deutet auf einen
schlaksigen pinkhaarigen Jungen. Auf die Haarfarbe des Zöglings
angesprochen antwortet sie mit einem Augenzwinkern. "Grausig.
Ich habe ihm schon gesagt, dass ich so nicht mit ihm auf die Strasse
gehen werde."
Die Show beginnt und tatsächlich wird auch dem Außenstehenden
schon sehr früh deutlich, dass hier besonderen Wert auf die
Individualität der Models gelegt wird. Gleich zu Beginn betritt ein
Model mit Beinprothese den Laufsteg und erntet erfreuten Applaus.
Auch die Designs sind exotisch: glitzernde Masken, bedruckte
T-Shirts und exzentrische Schnitte durchziehen die Show. Besonders
beliebt sind Jersey und Jeans, Aufdrucke wie "Fashion Will Burn
On Bebelplatz" oder "Avanti", sowie von Retro-Uhren überladene
Arme dominieren das Gesamtbild. Geschmackssache und vielleicht nicht
gerade High Fashion. Aber dafür umso abwechslungsreicher und sehr
erfrischend. Starstyling gehört eben - wie beispielsweise Patrick
Mohr - zu den Exoten am Bebelplatz. Zum Glück, denn genau das sind
die Shows, über die man sich noch Wochen später freuen kann.
Text: Caroline Cozzella
Fotos: Michael Wittig
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Ausgabe Juli 2010



