Text und Fotos: Viola B. Haderlein-Hadjam
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Ja, ich gebe es zu: ich bin den Punkten verfallen! Zwar nicht ganz so extrem wie die japanische Künstlerin Yayoi Kusama, die mitüberdimensionalen Pünktchenmuster-Installationen ihre Phobien thematisiert und damit beim Betrachter Schwindelgefühle auslöst. Mich versetzt das Pünktchenmuster in pure Nostalgie. Die „Polka Dots“ sind zum inflationsresistenten Design-Dauerbrenner geworden. |
Das lässt sich einerseits durch die überaus sparsame Verwendung des Muster-Klassikers auf Kleidungsstücken und Designobjekten erklären. Von Hahnentritt & Co. unterscheiden sie sich hingegen durch ihr großes Nostalgie-Potenzial. Seit den 50er Jahren sind sie untrennbar mit dem Petticoat-Capri-Feeling verbunden. Als Symbol für die wieder gewonnene Lebensfreude strahlten sie damals auf Kleidern, Seidentüchern und Regenschirmen.
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Von der Pünktchen-Welle der 70er Jahre kann ich selbst ein Lied singen: Vom dunkelblau-weiß-gepunkteten Innenleben meines schicken Kinderwagens bis hin zu meinem Lieblingsbadeanzug: Weiß mit roten Punkten und Rüschen um die Hüfte! Selbst mein erster Kindergartentag wurde Punkt für Punkt besiegelt: Um den Hals die Kindergartentasche aus rotem Kunstlackleder mit weißen Punkten, an der Hand die Mama mit schwarz-weiß gepunktetem Minikleid! Auch die durchgestylten 80er Jahre waren dankbar für das grafische Muster, das auf der ersten großen Fifties-Retro-Welle ganz oben mitmischte. In diesem Sommer tummeln sich die Lieblinge der Designer auf Sneakers, Babysocken und High Heels, sie punkten auf Röcken und Tops, Taschen und Gürteln. |
Berliner Fashionistas feiern derzeit ein Fest der Punkte. (s.Fotos unten). Das i-Tüpfelchen meiner persönlichen Punkte-Sammlung ist neuerdings ein cremefarbener Schal aus Seidensatin mit roten Mini-Pünktchen. An dem konnte ich einfach nicht vorbei...
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Ausgabe Juli 2007




