Vorbereitung zur Mercedes-Benz
Fashion Week Berlin:
Designer stimmen sich im Vorfeld der großen Schauen mit "Head
of Make Up" und "Head of Hair" ab
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Wie gewohnt stehen auch dieses Jahr kurz vor
der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin die Lookproben der Designer
beim Head of Make Up Boris Entrup und Head of Hair André Märtens
auf dem Plan. Zu diesem Anlass finden sich unter anderem die Tochter
der durch Krankheit verhinderten Anja Gockel Isabel Brenner, der
polnische Designer Dawid Tomaszewski und die Designerin Dorothee
Schumacher für eine Styling-Generalprobe zusammen.
Die Stimmung in der Berliner yab-academy ist entspannt und geschäftig.
Models, Stylisten und Redakteure tummeln sich vor den großen
Spiegeln und Make Up Bergen. Man kommt schnell ins Gespräch, begrüßt
sich mit Küsschen und bedient sich wie selbstverständlich an
Buffet und Kühlschrank. Die hohen weißen Wände und die reduzierte
Einrichtung verleihen diesem Ort eine zurückhaltende, urbane
Eleganz.

Head of Hair André Märtens ist damit beschäftigt, einen
futuristisch anmutenden Federkamm für die Show von Dawid
Tomaszweski auf dem Kopf eines streng frisierten Models anzubringen.
Nachdem der heute 30-jährige Designer in London, an der Berliner
UDK und in Warschau gute sieben Jahre studiert hatte, nahm er an dem
Talentwettbewerb „Designer for Tomorrow“ von Peek&Cloppenburg
teil und erhielt kurz darauf eine Einladung von Rei Kawakubo.
Daraufhin arbeitete er zeitweise für Comme des Garcons.
Mittlerweile konzentriert sich Tomaszewski jedoch wieder auf seine
eigenen Kollektionen - ein weißes Kleid mit Rüschen und
Swarovskibesetzung aus seiner Printemps-Eté 2010 Kollektion zierte
wochenlang sämtliche Modemagazine im deutschsprachigen Raum.
„Meine Modelle sind simpel und clean. Für die aktuelle Kollektion
habe ich mich von dem US-amerikanischen Bildhauer Richard Serra und
seinen Arbeiten zum Thema „Torqued Ellypses“ inspirieren
lassen“, erklärt Tomaszewski während der letzte Feinschliff an
seinem Model vorgenommen wird. Seine kommende Kollektion
konzentriere sich auf die Farben offwhite, grau, schwarz, rot und
beige, er läge mehr Wert auf den Schnitt und die eigens für seine
Entwürfe gefertigten Seidenstoffe. Eine Vorschau auf die Kollektion
gäbe es nicht - wir dürfen uns aber auf Federschmuck, aufwendige
Accessoires aus einer Kooperation mit der Berlinerin Franziska
Fischer und eine Reihe mit Swarovskisteinen bestickte Stoffe freuen.

Wolfgang Zimmer, Model und Isabel Brenner (v.l.n.r.)
Parallel zur Tomaszewski-Show wird ein Model für das Label
„Schumacher“ zurecht gemacht. Die Designerin Dorothee Schumacher
ist extra aus Frankfurt angereist, um den Vorarbeiten zur
Fashion Week persönlich beiwohnen zu können. Sie wird mit ihrer
Linie voraussichtlich 48 Looks auf den Runway schicken und möchte
das entsprechende MakeUp nicht zu kurz kommen lassen. Diese Saison dürfen
sich die Zuschauer auf ein grafisches Augen MakeUp in Neonfarben
freuen. „Wir machen Mode für das natürliche Mädchen, das sich
selbst nicht allzu ernst nimmt und einfach Freude an einem Spiel mit
Grafik und Natürlichkeit hat!“, erläutert Schumacher. Es werden
vor allem weich fallende Stoffe auf dem Laufsteg des Labels zu sehen
sein, eine sportliche und geradlinige Silhouette, verrät die
Designerin.
Am anderen Ende des Raumes ist der Visagist Boris Entrup mit dem
Entwurf des MakeUps der Models von Anja Gockel beschäftigt. Die
Designerin selbst ist erkrankt. Dafür ist ihre Tochter Isabel
Brenner eingesprungen um die Lookproben im Sinne des Unternehmens zu
betreuen. Der Style der aktuellen Anja Gockel-Kollektion wendet sich
von der Abendlinie ab und wieder mehr der Tagesmode zu. Es werden 55
verschiedene Looks auf dem Runway präsentiert werden. „Lässig
elegant mit einem Hauch Glamrock. So lässt sich der Stil der
aktuellen Kollektion wohl auf den Punkt bringen“, beschreibt
Isabel Brenner die Kreationen.

Isabel Brenner (Tochter von Anja Gockel, li.) mit Model
Boris Entrup ist zum siebten Mal Head of MakeUp bei der Fashion Week
und freut sich über die kreative Auseinandersetzung mit den
anwesenden Designern. Bevor er das MakeUp für die Models von Anja
Gockel kreierte, beschäftigte er sich am selbigen Tag unter anderem
bereits mit der Show von Laurèl. „Mich reizt an meiner Arbeit
insbesondere die Haptik, das verarbeiten mit den Fingern, zu spüren
wie sich das Material anfühlt und es sich auf der Haut verarbeiten
lässt“, erläutert er gestenreich. Seine Euphorie für die Arbeit
erwartet er auch von seinem Team, auf das er sich während der
Fashion Week stets verlassen kann. „Man muss einfach verstehen,
was der andere macht, und auch selbstständig mitdenken. Einige
Vorgaben lassen sich manchmal nicht eins zu eins umsetzen - es muss
aber trotzdem jedes Model gleich aussehen!“, erklärt er die
Problematik die hinter dem Laufsteg steckt. Pro Show hat das Team
zweieinhalb Stunden Zeit etwa 15 bis 30 Models für den Runway zu
stylen. „Es ist sicher immer wieder eine neue Herausforderung,
aber in Berlin ist alles super organisiert - die Fashion Week hier
ist einfach einzigartig!“
Text: Caroline Cozzella
Fotos: Michael Wittig
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Ausgabe Juli 2010



