Text: Sabine Kelle
Mode für die Kleinen ist längst kein Kinderkram mehr, sondern höchst
professionell.

Foto: Kokami/Tanja Schwenn
Von Null auf Chic
Klar, Kinder brauchen Klamotten, praktisch und pflegeleicht sollen sie sein, aber modisch? Auf jeden Fall! Das ist nicht nur den Eltern wichtig, sondern auch dem Nachwuchs und das nicht erst seit gestern. Wer denkt, dass Mode für die Kleinen noch in den Kinderschuhen steckt, der irrt enorm. Es ist weder ein Phänomen der letzten Jahre noch kinderreicher Bezirke, wie Prenzlauer Berg. In ganz Berlin haben sich bald unzählige Designer dem kleinen Publikum gewidmet. Oft sind sie selbst Eltern, denen die perfekte Kleidung für ihre Lieben noch fehlte. Dabei sind die Ansätze von ganz unterschiedlicher Natur: ob quietschbunt, Strick, Öko oder klassisch, für jeden Geschmack und Anlass findet sich das passende Outfit. Bei einem Bummel durch beliebte Shopping und Promeniergegenden kommt Mode für die Kleinen jetzt ganz groß raus.
Die gute Kinderstube
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Das Traditionshaus die Hamburger Kinderstube existiert schon seit 1925 und bediente mit Filialen in Hamburg und Berlin seine kleine Kundschaft. Die ursprüngliche Gründerin Alice Haas wollte damals die doch sehr trachtenmäßige Kindermode entstauben und moderner gestalten. Die entstandenen Modelle waren schon in den Zwanzigern so beliebt, dass man sogar die Europäischen Königshäuser zu seiner Kundschaft zählen konnte. |
Als Familienbetrieb weitergeführt, wurde das Geschäft am Hamburger Jungfernstieg vor einigen Jahren aus Altersgründen an seine heutigen Besitzer, die Familie Hartwig, übergeben. Die Hamburger Filiale wurde vor einigen Jahren zwar aufgelöst, dafür eröffnete man 2004 in Berlin-Schöneberg neu. Was damals modern war, ist inzwischen so zeitlos, dass sich eine treue Fangemeinde entwickelt hat. Der Stil des Labels hat sich über die Jahrzehnte kaum verändert. Heute liebevoll von den Geschwistern Hartwig geführt, findet man hier immer noch klassische Kindermode im hanseatischen Stil. Der Hamburger Mantel aus feinstem blauem Tuch und vor allem der Matrosenanzug gehören zum Standardrepertoire des Labels.
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Nicht ohne Grund verwendet Schneidermeisterin Helga Hartwig noch heute die Original-Schnitte aus den Zwanzigern. Diese dienen als Basis für die in aufwendiger Handarbeit umgesetzten Kundenwünsche. Hier wird noch traditionell nach Maß angefertigt. So exklusiv wie ihre Schnitte ist bis heute auch ihre Kundschaft, denn eine solche Qualität hat ihren Preis. |
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Kein Wunder also, dass viele Europäische
Adelshäuser, wie die Bismarcks immer wieder in ihrem Terminkalender
stehen. Wer also etwas für einen ganz besonderen Anlass, wie Taufe,
Hochzeit oder Kommunion sucht, ist in der Hamburger Kinderstube
bestens aufgehoben. Kleine Prinzen und Prinzessinnen bekommen hier
ein auf sie individuell zugeschnittenes Meisterwerk. Wenn es schnell
gehen soll, steht ein wohl sortierter Online-Shop zur Verfügung, wo
man die beliebten Klassiker bestellen kann.
Stylisch in Mitte
Der definitiv kinderreichste Bezirk ist bekanntermaßen der Prenzlauer Berg. Proportional zur Anzahl glücklicher Eltern haben sich hier logischerweise auch die Einkaufs- und Ausstattungsmöglichkeiten für den Nachwuchs vermehrt. Zwischen edlen Boutiquen und hippen Cafés tauchen immer mehr Shops rund um das Kind auf. Aber auch in Mitte gibt es ein vielfältiges Angebot.
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Unweit des Shopping-Mekkas Hackescher Markt hat so auch bubble.kid vor drei Jahren sein neues Heim bezogen. Nach den Anfängen in der Rosenthaler Straße haben sich Lene König und ihr Bruder nun hier gemütlich eingerichtet. Die Arbeit ist klar aufgeteilt: Lene macht das Design, ihr Bruder Stefan kümmert sich um das Geschäft. Mode für Kinder von 0 bis 6, das ist ihre Leidenschaft. |
Kitschig und mit Rüschen, nein, auf gar keinen Fall. Praktisch muss es sein, etwas bunt und, passend zur Gegend, mit einem Touch vom stylischen Berlin-Mitte. So wird es ihnen zumindest immer gesagt. Dieser Eindruck entsteht sicher auch, weil man bei bubble.kid mit Kollektionen arbeitet und sich so, von Saison zu Saison, immer wieder neu erfindet. Das wissen nicht nur modebewusste Eltern zu schätzen, auch Kinder wollen schließlich trendy sein. Und damit haben die Geschwister inzwischen europaweit Erfolg. Unlängst waren sie mit anderen Berliner Designern auf der Kopenhagener Fashionweek und stachen mit ihrer frischen Kindermode absolut hervor. Der Berlin-Mitte-Style ist in, das finden besonders die Skandinavier, verrät Lene. Das liegt nicht nur an der guten Qualität der Sachen. Es wird ausschließlich in Deutschland produziert und auch das Rohmaterial kommt aus der EU, wodurch hier bestehende Gütesiegel definitiv eingehalten werden. Lene König ist selbst mehrfache Mutter und weiß, worauf Eltern achten und was Kinder mögen. Auch auf Service legen die Geschwister großen Wert. Da viele Eltern ohne ihren Nachwuchs kommen bzw. online bestellen, ist Umtausch kein Problem. Als Geschenk verpacken? Kein Problem! Wer einmal bei bubble.kid gekauft hat, der kommt wieder oder schickt zur Not einen Bekannten mit Einkaufsliste vorbei.
Wer jetzt noch nicht genug geshoppt hat, oder noch nötiges Schuhwerk braucht, der hat es nicht weit. Um die Ecke in der Dircksenstraße befindet sich eine Filiale von Kokami, dem Spezialisten für schöne Kinderschuhe. Aber auch für Klamotten ist gesorgt.

Foto: Kokami/Tanja Schwenn
In dem aufwendig gestalteten Laden bietet Mitbesitzerin und
Designerin Tanja Schwenn ihre kleine aber feine Kollektion für
Kinder an. Vorbeischauen lohnt sich allemal, auch wegen der
herzallerliebsten Accessoires.
Bunter Strick
Kuschelig, aber auch gänzlich unkitschig ist Vincente. Im Kreuzberger Gräfekiez, zwischen gemütlichen Cafés und Boutiquen, findet man in der beschaulichen Dieffenachstraße einen kleinen Laden mit Strickmode, den man dank der farbenfrohen und doch dezenten Schaufensterdekoration kaum übersehen kann. Wollpullis rufen wahrscheinlich bei den meisten von uns nicht die besten Kindheitserinnerungen hervor. Strick gleich chic? Auf keinen Fall! Meist zu kratzig, ausgeleiert, eingelaufen oder mit unglaublichen Farb- und Strickmustern versehen, so waren die Pullis unserer Kindertage. Mit diesen Kreationen wochenlanger Heimarbeit schickten uns unsere sorgsamen Mütter stolz auf den Laufsteg Schulhof, wo uns garantiert kein Applaus erwartete.

Foto: Vincente
Was unsere Mütter nie schafften
macht eine, na ja nicht mit links, dafür aber mit vielen Nadeln.
Birgit Tappe, Inhaberin des Kreuzberger Kinderlabels Vincente,
umstrickt ihre kleine Kundschaft und das sieht ganz und gar nicht
altbacken aus. Farbenfroh, aber eher schlicht sind die Kreationen
der Designerin, die uns persönlich empfängt. So genannte „Bärchenästhetik“
will sie vermeiden, so sind die einzigen Muster, die sie verwendet
eher witzig abstrakt und werden meist bei den ganz Kleinen
eingesetzt. Ausschließlich feinste italienische Garne in satten Tönen
kommen zum Einsatz, jucken und kratzen ausgeschlossen.
Schon seit 2004 ziehen die bunten Maschen der Diplom Designerin
viele Kunden an. Das Sortiment wächst stetig. Neben Stramplern und
Mützen gibt es Röcke, Jacken, Capes und sogar kleine Stricktiere.
Dank des klaren Designs denkt bei ihren Modellen niemand mehr an
piefige Strickpullis. Kein Wunder also, dass inzwischen die Mamis
doch schon etwas neidisch auf ihre Lieblinge geworden sind. Auch dafür
hat Frau Tappe ein Lösung gefunden: sie hat das Angebot um einige
schöne Stücke für die Mütter erweitert.
Rosarot trifft Himmelblau

Foto: Rosarot trifft Himmelblau
Nach so vielen stylischen Looks für unseren Nachwuchs fehlen doch fast die klassischen rosa Blümchen und blauen Elefanten. Aber auch dafür ist natürlich in Berlin gesorgt. In der wunderbar restaurierten Altstadt Köpenicks, unweit des Schlosses, gibt es ein kleines schnuckeliges Geschäft. Rosarot trifft Himmelblau liefert genau das, was der Name verspricht. Verträumte Kleider, liebevoll bestickt und mit Spitzenborte besetzt, blassblaue Overalls mit Segelschiffen und Walen. In ihrem kleinen Ladenatelier entwirft und produziert Claudia Harris die zwei Linien „Twirly“ für Mädchen und „little LAD“ für Jungs, sowie kuschelige Accessoires.
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Wer etwas Besonderes möchte oder ganz Eigenes im Kopf hat, kommt hier her. Viel Zeit nimmt sich Frau Harris für ihre kleinen Kunden und setzt deren Ideen in aufwändigen Einzelstücken um. Als Grafikerin hat sie ein Gespür für Motive und Farben, als mehrfache Mutter weiß sie, was Sinn macht. So kombiniert sie ganz selbstverständlich die verschiedensten Materialien und Muster, heraus kommen wunderbar detailverliebte Strampler, Kleider und Hosen mit einem leichten Hang zur Romantik. |
Wer ein ganz persönliches Geschenk für einen kleinen
Erdenbewohner braucht, dem wird auch hier geholfen. Natürlich kann
jede der Kreationen individuell mit Namen bestickt werden. Mit viel
Herzblut entstehen so Unikate, mit denen garantiert kein zweites
Kind herumkrabbelt.
Gar kein Kinderquatsch
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Eine Auswahl an Kinder-Oufits sehen Sie in unserer Slide Show zum Thema: |
Weitere Entdeckungen und Adressen:
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Das Berliner Label La Fraise Rouge
bietet ungestümes Kinderdesign und Geschenke. Ein Besuch
auf der Homepage lohnt sich: |
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Amitola bedeutet Regenbogen, so
schillernd wie seine Facetten, so vielseitig ist die Auswahl
im Laden, der sich in der Gärtnerstr. 15 in
Berlin-Friedrichshain befindet und Designermode für Kinder und
Second Hand für Kinder anbietet: |
- Hamburger Kinderstube
Motzstr. 59, 10777 Berlin-Schöneberg
Fon: (030) 23607187
- bubble.kid
Rosa-Luxemburg-Str. 7, 10178 Berlin-Mitte
Fon: (030) 94404252
- KOKAMI - Schuhe für Kinder &
Tanja Schwenn - Kinderkleider
Diercksenstr. 50, 10178 Berlin-Mitte
Fon: (030) 24342491
- Vincente Strickdesign
Dipl.-Des. Birgit Tappe
Dieffenbachstr. 15, 10967 Berlin-Kreuzberg
Fon: (030) 24612010
- Rosarot trifft Himmelblau
Rosenstr. 4, 12555 Berlin-Köpenick
Fon: (030) 75634520
Weitere Adressen für Kinderkleidung in Berlin finden Sie in unserem Online-Fashionguide: >>mehr
Buchtipp:
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Ausgabe März 2008











