Text: Viola B. Haderlein-Hadjam
Foto: WDR, Stefan Falke
| In unserem Mode-Glossar gehen wir monatlich 2 Modephänomenen auf den Grund. Alle Begriffe finden Sie in unserem Glossar. |
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Manche nennen sie abwertend
Schmuddeljacke, für Trendsetter ist sie ein Parka und ein fester
Bestandteil des nach wie vor angesagten Military-Looks. Offiziell heißt sie schlicht
"Feldjacke M65" und stammt ursprünglich vom
amerikanischen Militär. Doch zahlreiche Tatort-Episoden mit dem
Schauspieler Götz George in der Hauptrolle gaben ihr einen eigenen
Namen und damit bis heute ein unverwechselbares Image: Die "Schimanski-Jacke".
Die erste Folge der legendären Tatort-Krimi-Reihe bescherte der ARD
eine Fülle an kritischen Äußerungen über das "unrasierte
Image" des "Rebellen mit Polizeimarke". Doch genau
das war es, was den Duisburger Ruhrpott-Kommissar Horst Schimanski
zur Legende werden ließ. Seine Methoden und Raufereien gehörten
nicht zum Saubermann-Profil der bis dato bekannten
TV-Kriminalkommissare. Das war letztlich der perfekten Besetzung
durch den Schauspieler Götz George zu verdanken. Götz Georges
Feingefühl, sich mit der Rolle zu identifizieren, sieht man auch
daran, dass er sich die imageträchtige Jacke selbst ausgesucht hat:
In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung erzählte er, wie
er die Jacke im Fenster eines Army-Shops sah und kurzerhand seinem
Regisseur vorschlug, dass Schimanski genauso eine Jacke tragen
sollte.
Die typische Schimanski-Jacke ist beigefarben, aus einem 50-50
Gemisch aus Baumwolle und Nylon/Polyamid, oberschenkellang, hat in
der Taille einen Kordelzug zum Verstellen, ein wattiertes Futter zum
Herausknöpfen und Schulterklappen. Diese wurden allerdings in den
meisten Drehfolgen der Schimanski Tatorte abgetrennt. Auch wenn es
manche nicht wahrhaben wollen: Die Jacke hat inzwischen, mit einigen
Farb- und Formvarianten längst den Weg in unsere Kleiderschränke
gefunden. Man holt sie an Tagen heraus, an denen man einfach einen
schlechten oder rebellischen Tag hat. Man zeigt mit ihr, dass einem
gerade mal egal ist, welches Label trendig ist. Sie ist immer
angesagt, und je älter und verwaschener sie ist, umso besser.
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Inzwischen hat die legendäre Jacke sogar den Weg ins Museum gefunden. |
Sie hängt knitterfaltenfrei auf
einer Kleiderbüste im Filmmuseum Berlin, zusammen mit allerhand
"Schimmi-Devotionalien", wie seinem Film-Reisepass und unzähligen
Fanbriefen an Götz George. Wer sich fragt, ob die Jacke in einem
Schimanski je wieder zu sehen sein wird, der sollte den 18. Februar
2007 nicht verpassen, denn dann läuft die vorerst letzte (?) Folge
der Schimanski-Reihe in der ARD, "Tod in der Siedlung".
Fernsehtipp: ARD, 18.02.2007, 20.15 Uhr, "Tod in der
Siedlung".
Quellen:
wdr
daserste
horstschimanski.info
wikipedia
filmmuseum-berlin
sueddeutsche
coloniamedia
Ausgabe Januar 2007



