Text: Viola B. Haderlein-Hadjam

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der Firma Martin EmpeX, in: NOVA
Magazine, May 1967
Babydoll?! War das nicht dieses spießige ballonähnliche
Nachtkleidchen mit Rüschen und Pumphöschen, das schon unsere Opas
nicht hinter dem Ofen hervorlocken konnte? Genau. Zwar mögen die
Originale von damals inzwischen verstaubt und von Motten zerfressen
sein, doch zu seinem 50-jährigen Jubiläum haben die Designer den
Babydoll aus den Second Hand-Archiven herausgekramt und ihm ein
furioses Fashion-Comeback bereitet.
Selten kann man den genauen "Geburtstermin" eines
Kleidungsstückes bestimmen. Beim Babydoll hingegen lässt er sich
sehr präzise auf das Jahr 1956 festlegen, denn in diesem Jahr
entstand der Film "Baby Doll" von Elia Kazan, der dem
Hauch von Fast-Nichts seinen Namen geben sollte. Carroll Baker
spielt darin eine männerbetörende Kindfrau, eine Rolle, die der
amerikanischen Prüderie ein Dorn im Auge war, ihr aber immerhin
eine Oscar-Nominierung einbrachte. Im Film heißt sie
"Baby" und trägt häufig eben so ein luftiges, sehr
kurzes Nachthemdchen, das bis dato nur ganz kleine Mädchen trugen.
Einem genialen Streich der Kostümbildner haben wir es also zu
verdanken, dass der Babydoll seinen Namen und sein unverwechselbares
mädchenhaft-unschuldiges Image bekam und für die nächsten zwei
Jahrzehnte zum festen Bestandteil des amerikanischen und europäischen
Nachtwäsche-Sortiments wurde. Bis er in den 80er Jahren dem neuen
Verständnis von "Sexy Underwear" weichen musste und in
den Kleiderkammern verschwand.
Die Erkennungsmerkmale der kindlich-naiven Nachthängerchen sind bis
heute die schmalen Träger oder kurzen Puffärmel, die typische
A-Form mit einer sehr kurzen Saumlänge, oft ringsum mit Rüschen
abgesetzt, leichte, teils transparente Materialien wie Chiffon oder
Organza in mehreren Lagen übereinander und in zarten Pastelltönen.
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Für die Frühjahr-/Sommer-Saison 2007 haben die Designer den Babydoll endgültig für straßentauglich erklärt und ihn in unzähligen Varianten über die internationalen Laufstege geschickt: Chloé spielt auf die Tapetenmuster der 70er Jahre mit großen Perlen auf dem abgesetzten Oberteil an, Gucci zeigt Babydolls mit Empire-Dekolleté im rot-weiß-russischen Folklore-Look, während Designer wie Valentino, Ungaro und Lacroix die Edelversionen des Klassikers mit feinstem Plissee und in Knallfarben zelebrieren. |
Alltagstauglich werden die knappen Kurz-Kleidchen in Kombination mit
Röhren-Jeans, Leggings oder schwarzen, blickdichten Strumpfhosen
und High Heels oder Ballerinas. Auch die musizierende Model-Ikone
Carla Bruni ließ sich für ihre neue CD im Lolitakleidchen
ablichten. Der Soundtrack zum Trend…?
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Linktipp:
Ausführliche Rezension von Elia Kazans "Babydoll"
aus dem Jahr 1956 hier...
(in englischer Sprache)
| CD "No Promises" von Carla
Bruni; Diese CD ist bei unserem Verkaufspartner Amazon erhältlich. |
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| Underdressed. Das kleine Buch der Dessous von
Elodie Piveteau und Philippe Vaures Santamaria. Dieses Buch ist bei unserem Verkaufspartner Amazon erhältlich. |
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Ausgabe März 2007




