Text: Viola B. Haderlein-Hadjam

Foto:
Gina Smith
shutterstock
In unserem Mode-Glossar gehen wir monatlich 2 Modephänomenen auf
den Grund. Alle Begriffe finden Sie in unserem Glossar.
Seit
jeher wird dem Abendkleid eine magische Wirkung nachgesagt; unzählige
Geschichten und Legenden wissen von Verzauberungen, Brautwerbungen
und Verwünschungen durch dieses einzigartige Kleidungsstück zu
berichten. Während Abend- oder Ballkleider früher in aufwendiger
Handarbeit nur für die Damen der oberen Gesellschaftsschichten für
Bälle und andere höfische Anlässe maßgefertigt wurden, sind sie
heute nicht nur gesellschaftsfähig, sondern auch bezahlbar
geworden.
Zwar behielt sich die Haute Couture lange die Exklusivität der
Herstellung der prächtigsten und kostbarsten Abendroben vor; ein
Privileg, das sie spätestens mit den ersten Prêt-à-Porter
Kollektionen abgeben musste, die kostengünstige Abendkleidung in größeren
Mengen und für breitere Gesellschaftsschichten anboten. Den
Designern scheinen jedoch die Ideen für Abendkleider nicht
auszugehen, obwohl die Anlässe dafür deutlich weniger werden.
Demokratischere Kleiderregeln erlauben heute (fast) überall, zu
tragen, was gefällt.
Dennoch hat das Abendkleid von seiner Faszination nichts eingebüsst.
Wer träumt nicht davon, mal für einen Abend in eine andere Rolle
zu schlüpfen? Dann wird die nette Verkäuferin zum verführerischen
Vamp und die toughe Artdirektorin entpuppt sich im zarten Gewand als
zerbrechliche Fee. Fehlt nur noch der richtige Anlass zum Kleid,
denn man sollte sich sicher sein, ob zum jeweiligen Event ein
Abendkleid gewünscht, übertrieben, oder gar unpassend ist. Wenn
der Dresscode bereits auf der Einladung festgehalten ist, sollte man
sich unbedingt daran halten, wie z. B. bei Hochzeiten, Jubiläumsfeiern,
speziellen Opernpremieren oder gesellschaftlichen Empfängen. Der
Begriff "White Tie" kommt aus England und bedeutet: Frau
trägt Abendkleid, der Mann erscheint im Frack. Bei offiziellen
festlichen Anlässen mit schriftlicher Einladung, aber ohne konkrete
Kleidervorschrift, sollte man sich sicherheitshalber vorher Rat
einholen, welche Kleidung angebracht ist. Das sind z. B.
Cocktailparties, Familienfeiern, Silvesterparties oder
Filmpremieren.
| Abendkleider
sind grundsätzlich bodenlang, sollten aber keine
Stolperfallen darstellen. Hochwertige, weich fließende,
Materialien und dezente Farben (schwarz oder Pastelltöne)
sind eleganter als ein wilder Mustermix. Accessoires und
Schuhe sollten farblich passen oder Highlights setzen, die
Abendtasche muss kleiner als der Kopf sein. Wer sich mit dem Styling nicht sicher ist, sollte vorher Haarstyling und Make-Up abstimmen, ggf. einen Profi zu Rate ziehen. Wenn nötig, kann man Haltung, Gang und Ausstrahlung vor dem Spiegel üben, dann steht dem unvergesslichen Auftritt nichts mehr im Wege... Eine weitere goldene Regel lautet: Weniger ist mehr. Leider verwechseln viele Damen der Gesellschaft das Abendkleid-Outfit häufig immer noch mit der Opulenz eines geschmückten Weihnachtsbaumes. |
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Und
auf eines sollte man auch achten: Nicht unbedingt um kurz vor 12 das
Fest verlassen, wer weiß, ob der Prinz nicht doch erst um 1 Uhr
erscheint?
Das
abgebildete Abendkleid finden Sie bei:
SAI SO Atelier & Showroom
Design von Andreas F. Jeenicke
Torstraße 140
10119 Berlin
Website
Zum Weiterlesen: www.knigge.de
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Literaturtipp:
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Ausgabe Februar 2007



