Das Duo Scherer González zeigte, wie immer, eine durchweg elegante und doch überraschende Kollektion. Zunächst stolzierten die aufwendig mit üppig auftoupierter und dekorierter Haarpracht gestylten Models in zarten Kleidern aus Satin und Seide über den Catwalk. Schon allein damit hätte diese Show zu den pompösesten dieser Saison gezählt. Aber auf die grazilen Modelle in beige, rosé und hellblau folgten Scherer González typische Glamour-Roben, die ihre bisherigen absolut toppten. Was die Frisuren schon ein wenig andeuteten folgte nun in geballter Ladung. Ausladende Kleider mit engen Korsagen und breiten Culs de Paris hatten den Pomp vom Hofe Ludwig XIV und etwas Verruchtes von Pariser Boudoirs. Trotz des enormen Volumens von so manch überdimensionalem Rock hatte alles eine gewisse Leichtigkeit. Nicht zuletzt durch die vielen feinen Details, wie lockere Volants, kleine Raffungen, Fältchen und zarte Plissees in erlesenen Materialien. Das bizarre Finale gaben ein, dank Drahtgestell, fast schwebendes Cape sowie ein Kleid mit einer grandiosen Schleppe, die an eine riesige Schnecke erinnerte und welche das Model apart hinter sich herzog. Ein kleiner Teil des darauf folgenden Applauses aus dem überfüllten Saal galt, neben den offensichtlich glücklichen Designern, definitiv auch den tapferen Mannequins.
Text: Sabine Kelle
Fotos: Michael Wittig
Musik: "Depeche Mood", www.imageaudio.de
Produzent: Jochen Pape
31. Januar 2009








