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Bei der diesjährigen Esmod-Diplomshow im Haus der Kulturen der Welt erhielten 51 Absolventen der Modeschule die Gelegenheit ihre Abschlusskollektionen im angemessenen Rahmen zu präsentieren. Die Jungdesigner konnten sich in den Bereichen Kostümbild, Damenoberbekleidung, Herrenbekleidung, Kinder oder Lingerie profilieren und wurden bereits durch eine hochkarätige Jury bewertet. Unter anderem begutachteten Alexandra Fischer-Roehler von Kaviar Gauche, Anette Görtz-Welsch, Kerstin Groeber (Head of Design Bench) und die Berliner Designerinnen Bernadett Penkov und Esther Perbandt die Werke der Schülerinnen und Schüler.
Die Kollektionen von Lisa Grimm, Jana Späth und Antje Rockstroh eröffneten
den Runway und wurden eindrucksvoll von Absolventen der
Artistenschule Berlin während einer Akrobatikeinlage vorgestellt.
Die Entwürfe wirkten an den Körpern der Perfomancekünstler wie
Kostüme und verliehen der Darbietung eine futuristische Aura. Die
Silhouetten der Darsteller wurden durch applizierte Elemente
verfremdet, die menschliche Form verschwomm und erinnerte an
Maschinen.
Das erste Highlight der Veranstaltung erwartete die Besucher mit der
Kollektion von Laura Reuss, die es verstand im Charme der 60er eine
fantastische Prêt-à-Porter Kollektion zu präsentieren. Die
Kreationen erinnerten zwar nicht zuletzt durch die Verwendung von
Wollstoffen an die klassische Chanel-Linie, schafften es aber als
eigenständige Arbeit zu glänzen. Neuinterpretiert, experimentell,
charmant - das beste Stück war wohl ein fantastischer weißer
Mantel mit atemberaubender Schnittführung.
Die erste Männerkollektion die auf ganzer Linie überzeugen konnte
war die Arbeit von Ivan Mandzukic, dessen Präsentation allen Tom
Ford Fans Tränen in die Augen schiessen lies, während seine
Kreationen zu Klängen des ergreifenden „A Single
Man“-Soundtracks über den Laufsteg schwebten. Ein bisschen Retro,
sehr elegant und durch seine Einfachheit schlicht ergreifend.
Auch das Designer-Duo Damian Hirschberg und André Le Guin wusste das
Publikum durch fantastische Schnitte, raffinierte Stoffe und
traumhafte Märchenelemente zu verzaubern.
Die Entwürfe waren bereits so durchdacht und exzellent
ausgearbeitet, dass sie glatt als Prêt-à-Porter Linie auf größeren
Laufstegen hätten durchgehen können.
Insgesamt gesehen war die Veranstaltung an Qualität und Originalität
durchwachsen, das Niveau aber dennoch überraschend hoch. Es gab nur
wenige negative Ausnahmen, die auf dem internationalen Modemarkt
wohl weniger gute Chancen. In einem ist
sich das modekultur.info-Team jedoch einig: wir werden sicher noch
öfter auf einige der vorgestellten Talente treffen!
Text: Caroline Cozzella
Fotos: Michael Wittig
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Ausgabe Juli 2010



