Die Lola rennt
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Am 8. April fand in Berlin die 61. Verleihung des Deutschen Filmpreises statt. Auf dem roten Teppich vor dem Friedrichstadtpalast präsentierte sich die deutsche Filmfamilie von ihrer schönsten Seite. Auch wenn es an diesem Abend um die beste schauspielerische Leistung ging, so war es auch interessant zu sehen, wie sich die Damen und Herren für ihren großen Auftritt herausgeputzt hatten.
Das Deutschland viele talentierte Schauspieler hat, ist wohl kein Geheimnis mehr. Das Deutschland aber bei großen Veranstaltungen auch modisch mithalten kann, ist neu. Zu viele Pailletten, zu große Dekolletes, zu kurz oder zu nackt – dem Auge wurde in den vergangenen Jahren viel zugemutet. Doch dieses Jahr präsentierte sich die deutsche Filmbranche mit stilvollen Roben.
Zu den modischen Favoriten gehörte eindeutig Heike Makatsch, die in einem neonorangefarbenen Kleid mit langer Knopfleiste eine ausgesprochen gute Figur machte. Auch Eva Padberg wirkte im legeren, schulterfreien Hosenanzug äußerst cool.

Heike Makatsch
Foto: Marko
Greitschus / DEUTSCHE FILMAKADEMIE
Grimme-Preisträgerin Nicolette Krebitz trug ein voluminöses, schwarz-weiß gestreiftes Kleid aus der Sommerkollektion von Jil Sander. Auch die Schauspielerin Julia Dietze glänzte in einem langen magentafarbenen Seidenkleid der Designerin Frida Weyer.
Der Dauerbrenner Schwarz fehlte auch bei der 61. Verleihung des Deutschen Filmpreises nicht. Diese Farbe passt einfach zu jedem Alter: Filmakademie-Präsidentin Iris Berben sah im schulterfreien, schwarz-weißen Kleid hervorragend aus. Auch Karoline Herfurth, die in „Vincent will Meer“ die magersüchtige Marie spielt, griff stilsicher zum kleinen Schwarzen von Kaviar Gauche.
Moderatorin Janin Reinhardt erinnerte an einen hübschen Zitronenfalter und Schauspielerin Anna Loos brachte den Frühling auf den Teppich – trotz kühler Brise!
Die Herren hielten sich im schwarzen Anzug mit Fliege bedeckt im Hintergrund und überließen den Damen die Show. Nur unser sympathischer Regierender Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, erschien mit rosafarbener Krawatte.
Barbara Schöneberger führte witzig und galant durch den Abend und wirkte in verschiedensten Glitzerkleidern wie eine Diskokugel auf zwei Beinen. Sie gab dem gesamten Abend eine ordentliche Portion Humor und nahm auch viele Kollegen aufs Korn – unvergesslich ihre starre Nicole-Kidman-Grimasse.
Während des gesamten Abends flossen viele Tränen: die Gewinner, u. a. Florian David Fitz, der für seine Rolle in „Vincent will Meer“ als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde, hatte Freudentränen in den Augen. Es gab auch Tränen der Trauer für bedeutende, im Jahr 2010 verstorbene Künstler des deutschen Films, z. B. Christoph Schlingensief. Zu Ehren von Bernd Eichinger wird ab nächstem Jahr eine weitere Lola vergeben. Mit dem sogenannten Bernd-Eichinger-Preis sollen künftig alle drei Jahre Filmteams geehrt werden, die Produktionen im Sinne Eichingers verwirklichen.
Ein fulminanter Abend, der
auch modisch strahlte...
Text:
Amy Benkenstein
Fotos:
©
Michael Tinnefeld / DEUTSCHE FILMAKADEMIE und ©
Marko Greitschus / DEUTSCHE FILMAKADEMIE (siehe Bildunterschriften)
Ausgabe April 2011


