Award: Designer for Tomorrow
Der vom Düsseldorfer Modehaus Peek & Cloppenburg gesponserte
Nachwuchspreis „Designer for Tomorrow“ fand in diesem Jahr zum
zweiten Mal statt. Aus über 150 Bewerbungen wählte die Jury,
welche aus Modejournalisten, Designern und Einkäufern bestand, 8
Finalisten. Voraussetzung war, dass keiner der Nachwuchsdesigner
seine Kollektionen bis dato in einem Showroom angeboten haben
durfte. Zu sehen gab es sehr verschiedene Stile, von kommerziell bis
extrem experimentell, was die Show sehr spannend machte.
Die erste Kandidatin Derya Issever lies sich von Morbidität
und Verfall inspirieren. So lautete ihre Kollektion
„Konservierung“. Zu sehen gab es Outfits in schlammigen Farben
mit strengen, aber asymmetrischen Falten. Dazu große Schmuckteile
und Metall mit ein wenig Glitzer.
Chantal Margiotta aus Karlsruhe zeigte eine relativ cleane
Kollektion. Die schlichten Outfits waren von einer eleganten A-Linie
bestimmt. So bekam man viele voluminöse Capes aus weichen
Materialien zu sehen, die in sanfte Falten fielen. Dominiert wurden
die Outfits von Beige, Grau und Schwarz.
Simon Hannibal Fischers Entwürfe waren relativ
kommerziell. Seine Männer-Kollektion bestand größtenteils aus
klassischen Anzügen, Mänteln und Trenchcoats in dunklen Farben.
Aufgelockert wurden die strengen Outfits durch kleine Asymmetrien
und Details. Arkadius Giesek aus Danzig zeigte eine komplett
azurblaue Kollektion. Die intensive Farbe wurde durch die Verwendung
von großen voluminösen Formen, wie Keulenärmeln, weiten Krägen
und überbreiten Schultern verstärkt. Mit großer
Experimentierfreude benutzte er übertrieben große Reverskragen und
setzte die Riesenkrägen auch an Hosenbunde.
Eva Maria Bogár aus Würzburg lies sich von
folkloristischen Elementen inspirieren. Ihre Kollektion war zwar
farbig aber, durch den Mix mit erdigen Farben, nicht aufdringlich
bunt. Sie kombinierte verschiedene Materialen mit kontrastreichen
Oberflächen und Mustern. So fanden sich Wollstoffe und Plissees,
viele Wickeleffekte und Origamihafte Faltungen.
Sasha Kovacevic zeigte sehr eklektische Outfits in Schwarz
mit viel Silber. Strick und Seide wurde mit metallischen Garnen
versetzt. In den voluminösen Capes und Mänteln fanden sich
silbrige Falten und Biesen. Insgesamt kam die Kollektion sehr
experimentell und trotzdem clean.
Lena Pfeil aus Berlin arbeitete viel mit Jerseys, die sie
jedoch mit Makramé-Techniken aufwendig verwebte. So kombinierte sie
zu schmalen Hotpants und Röcken mit hoher Taille locker sitzende
weite Oberteile, deren Volumen sich in weichen Falten verlief. Durch
die cleane Farbgebung waren ihre sonst sehr aufwendigen Modelle von
einer schlichten Eleganz geprägt.
Ein fulminantes Ende bereitete Sam Frenzel, ebenfalls aus
Berlin. Seien Frauen-Kollektion war ebenfalls durch voluminöse
O-Linien bestimmt. Ballonröcke, riesige Karottenhosen mit hohen
Taillen und überbreite Schultern dominierten die Show. Durch die
Verwendung von hellen gedeckten Farben, transparenten und weichen
Materialien sowie ein wenig Glitzer wirkten die Modelle trotzdem
sehr leicht. Abgerundet wurde das Ganze durch ebenso überdimensionalen
Schmuck.

Text: Sabine Kelle
Fotos: Michael Wittig
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Ausgabe Juli 2009

