Nachlese: INFASHION II

Am 18. Oktober ging im Rahmen der
Asien-Pazifik-Wochen im Haus der Kulturen der Welt die
Mode-Performance INFASHION über die Bühne. Und wer die Infashion-Show
2007 erlebt hat, der ging mit einer großen Erwartungshaltung zu
dieser Veranstaltung.
Vier Designer aus 3 Ländern präsentierten ihre Kreationen: Taranè
Hook und Fay Alice aus Deutschland, sowie Nami Miyung aus Korea und
Ryota Shiga aus Japan. Klaus Wowereit, der Regierende der
Hauptstadt, begrüßte das Publikum und blieb sogar mutig bis zum
Ende der Show, bei der Mode und Kunst miteinander verschmelzen
sollten. In vier Szenarien stellten 20 Akteure die 60 Outfits vor.
Und zwar nicht in üblicher Form auf einem Laufsteg, sondern auf
einer Bühne, die eine Café-Situation darstellte. Tänzer, die
statt Models agierten, sollten der Inszenierung durch ihre
Körpersprache einen besonderen Charme verleihen, wobei sich die
Darbietung auf "künstlerisch-verstörende Weise mit der Mode
als sozio-kulturelles Phänomen durch die Missstände in der
Branche" beschäftigte und Themen wie Magermodels und
Diätenwahn behandeln wollte. Dementsprechend abstoßend gerieten
einige Passagen.
Die Performance hätte sicher spannend werden können, doch die Umsetzung erinnerte leider zu sehr an eine Aufführung in einer Schulaula. Die Akteure wirkten hölzern und teilweise unsicher - und damit unprofessionell. Durch den experimentellen Ansatz und der unausgewogenen Bühnenbeleuchtung war es kaum möglich, sich auf die Mode zu konzentrieren. Die Kollektionen gingen unter.
2011 werden die nächsten Asien-Pazifik-Wochen in
Berlin stattfinden. Sicher eine weitere Chance, dem Thema Mode im
Dialog zwischen Europa und Asien einen Raum zu geben.
2009 war es leider keine Werbung für den Mode-Standort Berlin.

Text: Jörg Buntenbach
Fotos:
© modekultur.info
Linktipp:
Ausgabe Oktober 2009

