Vom Diplom-Modedesigner bis zum Storemanager
Viele träumen von einem Beruf im schillernden Mode-Business,
davon, ein angesagter Modedesigner oder ein Topmodel zu werden. Doch
das Tagesgeschäft sieht oft nicht ganz so glamourös aus, wie die
Berichte von den Red Carpets dieser Welt vermuten lassen.
Nur wenigen Modeschöpfern oder Laufstegmädels- und Jungs ist es
vergönnt, reich und berühmt zu werden. Der Alltag ist oft hart und
entbehrungsreich. Und bevor man einen Beruf in diesem Business
anstrebt, sollte man sich über seine persönlichen Interessen,
Fähigkeiten und Ziele im Klaren sein. Aber das gilt für jeden
Beruf!
Die Modebranche bietet zahlreiche Berufs-Möglichkeiten, aber nur wenige sind vielen geläufig. Dass man als Modedesigner oder als Model arbeiten kann, wissen die meisten. Dass Fashionstores nicht ohne Verkäufer auskommen, auch. Und spätestens seit Heide Klum's "Germany's next Topmodel" sind die Berufsbilder Trendscout, Stylist, Make Up-Artist oder Mode-Fotograf bekannt. Doch durch die Größe und Vielfältigkeit der Branche besteht die Notwendigkeit der Berufsspezialisierung und der Verzahnung. Vom Rohstoff (z. B. Baumwolle auf den Plantagen) über die Fertigung bis hin zur fertigen Kollektion, die am Ende in den Stores angeboten werden, ist es ein langer Weg. Am Beispiel eines Modedesigners, der zwei Mal im Jahr seine neuen Kollektionen auf Fachmessen und auf Modenschauen vorstellt, lässt sich die Verflechtung der einzelnen Berufe gut erkennen.
Nachdem ein textiler Rohstoff verarbeitet und auf Stoffmessen angeboten wird, ordert der Designer den Stoff für seine nächste Kollektion bei einem Stoffhändler. Im Atelier wird die neue Kollektion entworfen und genäht (oft mit Hilfe einer Schnitt- und Entwurfsdirektrice, Näherin, Schneider etc.). Bei vielen Kollektionsteilen vergibt der Designer den Auftrag an eine Zwischenmeisterei. Hier werden die neuen Entwürfe produziert.
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Die fertige Kollektion muss schließlich vermarktet werden. Also werden Mode-Fotograf und Models engagiert, um Fotos für das neue Look-Book, die Website und andere Medien zu erstellen. |
Viele Designer beauftragen eine PR-Agentur damit, den Medien die neue Kollektion vorzustellen und eine Präsentation (z.B. Modenschau, Messebesuch) zu begleiten. Der Designer steht Mode-Journalisten für Interviews zur Verfügung, sucht die Models für die Fashionshow aus, bespricht sich mit dem Choreograph, dem Hairstylist und dem Make Up-Artist und muss am Ende die Mode-Einkäufer von der neuen Kollektion überzeugen, damit sie geordert wird und den Weg in die Fashionstores schafft, wo sie der Storemanager mit seinen Verkäufern und mit Hilfe einer guten Präsentation des Schaufensterdekorateurs an den Kunden bringt.
Dieses Beispiel ist zugegebenermaßen nur ein grober Einblick in das Tagesgeschäft eines Modedesigners - und nicht selten ist das Designerdasein eine "One-Man-Show", da er (oder sie) Schnittdirektrice, PR-Agentur und Fotograf in Personalunion ist. Nicht aus Eitelkeit oder Überheblichkeit, sondern weil schlicht das Geld fehlt, Aufträge an Externe zu vergeben. Viele Designer sind froh, wenn sie ihre monatlichen Kosten (Material, Ateliermiete, Werbung etc.) in der Kasse haben. Andere arbeiten nach der Ausbildung als Angestellte für große Modemarken und umgehen damit die Unwägbarkeiten der Selbstständigkeit.

Arbeiten zum Thema Filz an der
Designschule BEST-Sabel, Berlin
In Kürze bieten wir in unserer Reihe "Berufsbilder in der Modebranche" einen Einblick in die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten und Jobs an. Den Anfang macht die Ausbildung zum Modedesigner.
Nachfolgend eine Auflistung einiger Modeberufe und die Möglichkeiten der Ausbildung an Modeschulen, sowie Verweise zu Institutionen und Verbänden in der Textil- und Bekleidungsindustrie:
Berufe in der Modebranche (Auswahl):
- Diplom-ModedesignerIn
- Diplom-TextildesignerIn
- Diplom-IngenieurIn Bekleidungstechnik
- SchneiderIn (Damen-, Herren, Dessousschneider etc.)
- Mode-EinkäuferIn
- Model
- ModejournalistIn
- ProduktmanagerIn
- StoremanagerIn
- Schnitt- und Entwurfsdirektrice
- HutmacherIn
- SchuhmacherIn
- FellverarbeiterIn
- TäschnerIn
- ModestylistIn
- Make Up-Artist
- HairstylistIn
- Trendscout
- SchaufensterdekorateurIn
- AssistentIn für Modedesign
- PelzmacherIn
- StrickerIn
- VerkäuferIn im Textileinzelhandel
Ausbildungsmöglichkeiten & Infos:
Jobbörse:
Institutionen und Verbände (Links):
- >>VDMD - Gesamtverband Deutscher Mode- und Textil-Designer e.V.
- >>Gesamtverband Textil + Mode
- >>Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels e.V.
- >>Deutsches Mode-Institut
- >>Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft e.V.
- >>Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks e.V.
Anmerkung: weitere Links können uns gerne vorgeschlagen werden!
Text und Zusammenstellung: Jörg Buntenbach
Fotos: Michael Wittig und Designschule BEST-Sabel
Ausgabe Juni 2009


